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Haben Sie einen verletzten (Wild-)Vogel?

Der Wildvogel-Notruf des NABU Bonn


(c) Peter Meyer / NABU Bonn 

Katzen, Autos, tückische Glasscheiben – Wildvögel sind in unseren Städten und dicht besiedelten Kulturlandschaften zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Besonders gefährdet sind die unerfahrenen Jungvögel, die gerade das Nest verlassen haben. Vor allem im Frühjahr und Sommer rufen daher fast täglich aufmerksame Bürger bei uns an, die einen verletzten Vogel oder einen verwaisten Jungvogel gefunden haben und nicht wissen, was sie tun sollen. Viele wenden sich an das nächstgelegene Tierheim oder sogar die örtliche Feuerwehr, die sich aber meist nicht zuständig fühlen. Auch Tierärzte sind oft auf diese speziellen Patienten nicht eingerichtet.

Für solche "Pechvögel" hat der NABU Bonn seit Ende der 80-er Jahre einen Wildvogel-Notruf eingerichtet. Unter der mobilen Nummer 0177/694 32 44 ist wochentags, von 8 Uhr bis ca. 18 Uhr, nahezu ständig ein erfahrener Ornithologe erreichbar, der nützliche Ratschläge und konkrete Hilfe anbieten kann.

Und so funktioniert die Wildvogel-Rettungskette


(c) Peter Meyer / NABU Bonn 

Gerade bei kleinen oder schwer verletzten Vögeln darf man meist keine Zeit verlieren, wenn die Rettung gelingen soll. Am besten funktioniert die Aktion daher, wenn der Finder den Vogel selbst so schnell wie möglich zum NABU-Naturschutzzentrum in Dünstekoven, Waldstraße 31, bringt. Bei verletzten Eulen oder Greifvögeln, die sich nicht gut einfangen lassen, oder in Ausnahmen auch dann, wenn der Finder nicht mobil ist, versuchen unsere Mitarbeiter nach Möglichkeit, das Tier selbst abzuholen. Nach einer gründlichen Begutachtung und manchmal auch ersten Hilfsmaßnahmen wird der Vogel dann von ehrenamtlichen Helfern zur Wildvogel-Pflegestation nach Kirchwald bei Mayen gefahren, Greifvögel und Eulen auch öfters in die Bergische Greifvogelhilfe in Rösrath. Vor allem mit diesen Einrichtungen arbeitet der NABU Bonn seit Jahren eng zusammen. Dort werden die Vögel von spezialisierten Tierärzten behandelt und dann von zahlreichen engagierten Tierschützern so lange aufgepäppelt, bis sie wieder zu Kräften gekommen sind. Gesunde Tiere können später in großen Flugvolieren wieder allmählich an das Fliegen und die Nahrungssuche gewöhnt und anschließend in die Freiheit ausgesetzt werden. Dies erfolgt entweder vor Ort, oder Mitarbeiter des NABU Bonn holen die Tiere ab und setzen sie in ihrem ursprünglichen Revier wieder aus. Groß gezogene Jungvögel werden vor dem Auswildern noch aufwändig "trainiert", damit sie in der Freiheit eigenständig leben können.

Helfen, aber richtig!


(c) Ulrike Bartnik 

Während der Brutzeit gehen nahezu täglich Meldungen über "verwaiste" Jungvögel ein, die scheinbar hilflos auf dem Boden oder im Gebüsch sitzen. Doch Vorsicht! Nicht jeder von ihnen benötigt unsere Hilfe. Bei vielen Arten verlassen die Jungen bereits frühzeitig das Nest, obwohl sie noch nicht richtig fliegen können. Generell ist es ratsam, den Vogel zunächst eine ganze Weile zu beobachten (mindestens 1 Stunde!) um sicherzustellen, dass er tatsächlich nicht mehr von den Eltern gefüttert wird. Erst wenn dann noch keine Eltern sichtbar sind, kann man eingreifen. Ganz kleine Jungvögel, die sicher noch ins Nest gehören – z.B. wenn sie noch gar keine Federn haben – sollte man nach Möglichkeit einfach wieder ins Nest zurücklegen. Anders als bei Säugetieren stört es die Altvögel nicht, wenn der Nachwuchs vom Menschen berührt wurde. Grundsätzlich haben alle Jungvögel wesentlich größere Überlebenschancen, wenn sie von ihren Eltern groß gezogen werden.

Der NABU Bonn braucht Ihre Hilfe!


(c) Peter Meyer / NABU Bonn 

Natürlich können wir nicht jeden Vogel retten. In vielen Fällen ist es leider schon zu spät, und mit seinen überwiegend ehrenamtlichen Helfern hat der NABU Bonn auch nur begrenzte Kapazitäten. So ist es uns nicht möglich, uns auch um kranke oder verletzte Haustiere wie z.B. Stadt- oder Brieftauben, zu kümmern.

Dennoch können sich die Erfolge sehen lassen. In Kirchwald werden alljährlich über 1000 Vögel gerettet, und allein durch den Wildvogelnotruf des NABU Bonn konnten 2015 etwa 90 Vögel vor dem sicheren Tod bewahrt und erfolgreich wieder in die Freiheit entlassen werden, darunter viele vom Aussterben bedrohte Arten wie Eulen und Greifvögel. Hinzu kommen auch immer wieder in Not geratene andere Tiere wie Fledermäuse, Siebenschläfer oder Igel, für die unsere Mitarbeiter natürlich auch ein offenes Ohr haben.


(c) Peter Meyer / NABU Bonn 

Die Mühe lohnt sich! Ohne die vielen engagierten Helfer und den NABU Bonn hätten die betroffenen Tiere keine Überlebenschance. Allerdings kosten solche aufwändigen Rettungsaktionen sehr viel Zeit und Geld. Unterstützen Sie dieses Projekt - am besten durch eine NABU-Mitgliedschaft, eine Spende oder natürlich auch durch praktische Mithilfe!

Die vielen "Pechvögel" können unsere Hilfe gut gebrauchen.

Wildvogel verletzt Notruf Pflege NABU

 

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