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Eidechsen

In Bonn und dem linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis kommen 3 Eidechsenarten vor:

  • Mauereidechse
  • Waldeidechse
  • Zauneidechse

Mauereidechse (Podarcis muralis)


(c) Peter Meyer / NABU Bonn 

Mauereidechsen sind bis zu 25 cm lang, bleiben allerdings schlank und erscheinen dadurch zierlich. Die Tiere sind braun, die Männchen zeigen zur Paarungszeit aber unscheinbare blaue und rote Tupfen auf den Flanken. Wie bei den anderen Eidechsen besteht ihre Nahrung vor allem aus Insekten, Schnecken und Gliedertieren.
Mauereidechsen sind ausgesprochen wärmebedürftig und leben bei uns nur in südexponierten, felsigen Hängen oder in Mauern in Rheinnähe. In der Region Bonn/Rhein-Sieg kommen Mauereidechsen natürlicherweise nur im Siebengebirge und im Ennert vor. In Oberkassel besiedelt die Art sogar Mauern im Siedlungsbereich. Ein Vorkommen in einer Hochwassermauer bei Niederkassel ist erloschen - dafür wurden Mauereidechsen erfolgreich im Botanischen Garten der Bonner Universität angesiedelt. Dort und in den Weinbergsmauern von Drachenfels und Ahr sind die Tiere einfach zu beobachten.

Waldeidechse (Lacerta vivipara)


(c) Peter Meyer / NABU Bonn 

Die Waldeidechse ist mit maximal 16 cm Körpergröße das kleinste in Deutschland vorkommende Reptil. Wie die Blindschleiche ist sie lebendgebärend und hat sich damit an weniger warme Klimate angepasst. Die kleine Echse ernährt sich von Würmern, Schnecken, Kleininsekten und Spinnen.
Die zierliche Art kann mit der Mauereidechse verwechselt werden - hier hilft meist der Lebensraum: Wie der Name schon sagt finden sich Waldeidechsen in unserer Region vor allem in Wäldern. Am ehesten sind die Tiere auf Kahlschlägen, entlang von Waldwegen und am Waldrand zu beobachten, wo sie sich besonders gerne auf oder an Holzstapeln aufhalten. Gelegentlich findet man Waldeidechsen auch an Bahndämmen, z.B. mehrfach in Swisttal.

Zauneidechse (Lacerta agilis)

Mit ihren leuchtend hellgrün gefärbten Körperseiten sind die Männchen der Zauneidechse die farbenprächtigsten heimischen Reptilien. Weibchen dagegen müssen sich mit einem verhaltenen Braunton begnügen. Die kräftigen Tiere sind bis zu 25 cm lang und ernähren sich von Insekten, Spinnentieren und Würmern aller Art.
Die Zauneidechse ist eine wärmebedürftige Art. Zur Eiablage benötigen die Tiere sonnenexponierte Flächen, in denen die Eier leicht vergraben werden können. Als Lebensraum bevorzugt die Art offene Landschaften mit südexponierten Hängen, Strauchwerk und vegetationsarmen Stellen. In der Region Bonn/Rhein-Sieg ist die Zauneidechse vor allem im Rechtsrheinischen verbreitet. In der Wahner Heide und in den Sieghängen findet man sie noch verbreitet. In Bonn und dem linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis beschränkt sich das Vorkommen auf die Rheinebene, wo vor allem Bahnböschungen und Kiesgruben besiedelt sind. Im Bereich des alten Bonner Güterbahnhofes dringt die Art dabei sogar fast in die Innenstadt vor.
Weil immer mehr Brachen, strukturreiches Gartenland und unasphaltierte Feldwege in der Rheinebene nördlich von Bonn unter Neubau- und Gewerbegebieten verschwinden, gilt die Zauneidechse als gefährdet.

 

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