Pro Planet-Blühfläche am Rande einer Apfelplantage Mehr Artenvielfaltim konventionellen Obstanbau

PRO PLANET-Projekt

Hier blüht uns was!

Auf größeren Flächen, die im Betrieb nicht oder nur selten gebraucht werden, wandeln wir gemeinsam mit den Obstbauren artenarme Rasen in blumenbunte Wiesen um. Diese Blumenwiesen vom Typ Glatthaferwiese enthalten zahlreiche heimische Pflanzen. Diese Wiesen sollen dauerhaft bestehen und verändern sich mit der Zeit von kurzlebigen Einjährigen wie Mohn und Kornblume hin zu dauerhaften Mehrjährigen wie Margerite, Malve und Bocksbart. In der Regel werden sie einmal im Jahr gemulcht.

Blühstreifen bereichern jede Landschaft - sie sind attraktiv nicht nur für Vögel, Kleinsäuger und Insekten, sondern auch für den Menschen. Wir verwenden hier die Saatgutmischung "Blühende Landschaft" aus 60% Kulturpflanzen und 40% Wildarten. Die Kulturpflanzen sind vor allem in den ersten Jahren prägend, später dominieren die ausdauernden Wildarten. Diese Mischung ist konzipiert auf ein reiches Angebot an Nahrung für Insekten während der gesamten Saison, bietet aber auch Vögeln Nahrung und Versteck.

In grasigeren und älteren Beständen stellen sich zunehmend Heuschrecken ein – in der Regel häufige bis sehr häufige Arten, diese aber teilweise in hoher Bestandsdichte und damit auch als Nahrung z.B. für Insekten fressende Vögel besonders in der Brutzeit interessant. Für knapp 3 ha mehrjährige Blühflächen wurden inzwischen Nutzungsvereinbarungen als Pachtausgleich vereinbart.

  • Pro Planet-Blühfläche
  • Pro Planet-Blühfläche am Rande einer Apfelplantage
  • Blühstreifen angelegt im Rahmen des REWE Pro Planet-Projektes
3 Bilder

Die Parzellen stehen die ganze Saison als weitgehend ungestörte und reichhaltige Blüh- und später Samen spendende Flächen zur Verfügung. Zunehmend erfolgt ein einmaliges Mulchen erst im Spätwinter oder Frühjahr, so dass die Vegetation auch im Winter als Futterquelle für Vögel und als Verstecke für viele wild lebende Tierarten dienen kann. Rebhühner, Feldlerchen und anderen Arten der Feldflur profitieren sehr von den störungsarmen und nahrungsreichen Bereichen. Hier punkten vor allem die einjährigen Brachen, die teilweise eine beachtliche Größe von bis zu 1 ha erreichen. Von Experten aus der Region wird die Größe und damit Ungestörtheit der Fläche mittlerweile als wichtiger Faktor für die Vogelarten der Feldflur angesehen.

Eine Besonderheit stellen die Fahrgassen dar. Sie liegen zwischen den Baumreihen und müssen zum Pflanzenschutz wie auch zur Pflege der Bäume und selbstverständlich der Ernte mit Gerät befahrbar sein. Hohe Blütentstauden sind hier unpraktisch und förden zudem Feldmäuse. Dazu kommt, dass zum Schutz von Insekten kurz vor dem Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln die Fahrgassen gemäht sein müssen, um möglichst wenige Tiere - abgesehen von den unerwünschten Schadinsekten - zu töten. Die Anlage von Blühflächen ist hier deswegen kaum praktikabel. Im PRO PLANET-Projekt haben wir aber die Landwirte überzeugen können, in Fahrgasen von neu gepflanzten Kulturen, die seltener gespritzt werden und bei denen noch keien Ernte ansteht, eine spezielle Fahrgassenmischung mit niedrigen Blütenpflanzen einzusähen. 

  • Pro Planet-Blühfläche am Rande einer Apfelplantage
  • Pro Planet-Blühfläche
  • Erdhummel auf Ringelblumenblüte
3 Bilder